Was ist Neurofeedback?

Neurofeedback Sitzung

Neurofeedback gehört zu den innovativsten Methoden auf dem Gebiet der Neuropsychologie. Sie nutzt dabei einen der ältesten Aspekte der Humanmedizin – die Kraft der Selbstheilung. Angewandt wird Neurofeedback vor allem bei Krankheitsbildern wie ADHS, Depression, Autismus, Epilepsie uvm.

Wie funktioniert Neurofeedback?

Zunächst einmal ist es wichtig zu verstehen, was Biofeedback ist. Nach dem Lexikon der Neurowissenschaft ist Biofeedback (griech. bios = Leben, engl. feedback = Rückkoppelung) allgemein gesprochen die

„Selbststeuerung biologischer Systeme durch Rückkopplung (Feedback) auf allen Ebenen der Organisation vom zellulären Grundstoffwechsel bis zu ganzen Ökosystemen; speziell in der Humanphysiologie eingesetzt als therapeutische Methode, bei der normalerweise unbewußte Vorgänge im Körper wie Atmung, Blutdruck, Hauttemperatur, Herzschlag (Elektrokardiogramm), Muskelspannung oder Gehirnwellen (Elektroencephalogramm, EEG) mittels eines geeigneten Meßgeräts sichtbar oder hörbar gemacht werden. Die autonomen, nicht dem Willen unterliegenden Körperfunktionen können so bewußt wahrgenommen werden und lassen sich durch Training beeinflussen.“ (Quelle: https://www.spektrum.de/lexikon/neurowissenschaft/biofeedback/1510)

Das Prinzip, das hinter allen Biofeedback-Methoden steckt, ist also nicht die „Heilung von außen“ durch Substanzen oder physische Eingriffe, sondern dem Körper dabei zu helfen, sich selbst zu regulieren.

Neurofeedback (altgriech. neuron = Nerv), eine spezielle Richtung des Biofeedback, wird dabei vor allem im Bereich neuronaler und psychosomatischer Beschwerden und Störungen wie ADHS, Epilepsie, Depression, Schlafstörungen, Angst- und Panikstörungen usw. angewandt.

Das Gehirn verarbeitet Informationen über ein dichtes Netz an Neuronen, wodurch es zu Spannungsänderungen entlang der Nervenzellen kommt. Diese elektrischen Potentialschwankungen kann man in einem Elektroenzephalogramm (altgriech. enkephalos = Gehirn, graphein = schreiben; abgekürzt EEG) grafisch anschaulich machen. Man spricht insgesamt von der Methode der Elektroenzephalographie (ebenfalls EEG).

EEG Elektroenzephalogramm

Für einen Neurofeedback-Experten bietet das EEG einen wertvollen Einblick in die neuronale Aktivität des Gehirns. So lassen sich mitunter bestimmte Symptome und Krankheitsbilder aus Anomalien im EEG herauslesen, die meistens auf einem Ungleichgewicht der Gehirnaktivität resultieren. Dies wird auch Brain Map genannt (von engl. brain = Gehirn, map = Landkarte).

Wie sieht eine Neurofeedback-Behandlung aus?

In einer Neurofeedback-Behandlung werden diese EEGs genutzt, um dem Patienten seine eigenen, inneren Vorgänge im Gehirn sichtbar zu machen, wobei in der Regel ansprechendere, plastischere Visualisierungen zum Einsatz kommen – zum Beispiel ein Flugzeug, das abhebt, oder ein Rennwagen, der durch Ringe fährt.

Zukor Neurofeedback Videospiel; Bild mit freundlicher Genehmigung von Zukor

Spezielle Sensoren des EEG-Gerätes werden dabei an unterschiedlichen Stellen der Kopfhaut und der Ohren mit einem Gel befestigt. Dieses Prozedere ist völlig schmerzfrei. Ganz ohne geht es inzwischen aber auch: Die FreeCap ermöglicht eine Abnahme des EEGs ganz ohne kompliziertes Fixieren der Sensoren.

Nun beginnt das Training. Der Patient kann das Gefährt (oder andere, steuerbare Objekte) auf dem Bildschirm nur dann bewegen, wenn die Gehirnwellenaktivität sozusagen „justiert“ wird. Erkennt das EEG-Gerät beispielsweise Unregelmäßigkeiten, bleibt das Flugzeug auf dem Boden. Schafft es der Patient aber durch entsprechendes Konzentrieren oder Entspannen, die Hirnstromwellen in die gewünschte Richtung zu lenken, hebt das Flugzeug ab.

So lassen sich durch wiederholtes, regelmäßiges Training bereits deutliche Verbesserungen in der Hirnleistung beobachten.

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