Hämoenzephalographie (HEG)

Die Hämoenzephalographie (griech. haima = Blut, altgriech. enkephalos = Hirn, griech. graphe = Schrift) bezeichnet eine Methode des Neurofeeback, bei der die Gehirnaktivität nicht mithilfe eines EEGs gemessen wird, sondern mit sog. Nahinfrarotspektroskopie.

Die physiologischen Grundlagen des HEG

Für die Hämoenzephalographie (HEG) ist die Stoffwechselaktivität, die sogenannte metabolische Rate, in den jeweiligen Hirnarealen von Interesse. Tatsächlich wird dieses Konzept im Bereich der bildgebenden Verfahren in der modernen Hirnforschung vielerorts angewendet. Stoffwechsel ist ein zellulärer Prozess, bei dem „Brennstoff“ in Form von Glukose oder Zucker „verbrannt“ wird, um Energie freizugeben, die wiederum von der Zelle genutzt werden kann. Dieser Prozess verbraucht Sauerstoff und Kohlenstoff und erzeugt Kohlendioxid. Der metabolische Umsatz entspricht dabei der Menge der verbrauchten Energie.

Wenn das Gehirn mental aktiv ist, wie z.B. beim Kopfrechnen, verbrauchen die Regionen, welche direkt an der Aufgabe beteiligt sind, mehr Energie. Damit geht ein höherer und schnellerer Stoffwechselumsatz einher als in anderen Hirnregionen.

Das menschliche Gehirn hat einen extrem aktiven Metabolismus. Obwohl es nur 2% des Körpergewichts ausmacht, liegt der Sauerstoffverbrauch bei 20%, der Glucoseverbrauch bei 25% des Gesamtverbrauchs.

Die Anwendung von HEG

Wie beim fMRI erkennt auch die HEG Veränderungen in der Gehirnaktivität, indem es die Schwankungen des Blutsauerstoffgehaltes misst.

Diese Form des Neurofeedbacks benötigt keine Elektroden im herkömmlichen Sinne und ist von daher deutlich einfacher in der Anwendung. Artefakte wie Schweiß oder Augenzwinkern sind, anders als beim klassischen EEG, so gut wie ausgeschlossen. Der Feedbackprozess beruht auf einer Datenanalyse der Infrarotsensoren im Bereich der Stirn. Der Frontallappen, welcher in der Regel als das aktivste Hirnareal gilt, spielt eine besonders große Rolle bei Aufmerksamkeit und Konzentration. Manche Störungen, wie z. B. Migräne, haben ihre Ursache oft in diesem Bereich. HEG hat sich auch in der Behandlung von Autismus und Asperger bewährt. In einer HEG-Sitzung lernt der Proband, präfrontale Bereiche zu durchbluten, was meist mit einer deutlichen Symptomverbesserung einhergeht.

 

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