Der Juni ist der internationale „Alzheimer’s & Brain Awareness Month“ — ein guter Anlass, einen Mechanismus genauer zu betrachten, der in der klinischen Neurofeedback-Praxis noch wenig Beachtung findet: die mitochondriale Effizienz als Voraussetzung für neuronale Selbstregulation.
Die energetische Basis neuronaler Selbstregulation
Neurofeedback-Training ist ein energieintensiver Prozess. Das Gehirn reagiert auf Trainingsreize nur dann zuverlässig, wenn die zelluläre Energieversorgung ausreicht. Dieser Zusammenhang wird in der klinischen Praxis oft übersehen — und er ist der Ausgangspunkt für das Interesse an Photobiomodulation (PBM) als ergänzendem Ansatz.
PBM nutzt spezifische Wellenlängen des Nahinfrarotlichts (NIR), um die Cytochrom-C-Oxidase zu stimulieren — ein zentrales Enzym der mitochondrialen Atmungskette. Die Forschung zeigt, dass diese Stimulation die ATP-Produktion in neuronalem Gewebe fördern kann. Ob und in welchem Ausmaß sich das auf kognitive Funktionen auswirkt, ist Gegenstand laufender Untersuchungen; die Befundlage ist vielversprechend, aber noch nicht abschließend.
PBM und Neurofeedback: ein komplementärer Ansatz
Die Überlegung hinter der Kombination beider Methoden ist naheliegend: Wenn NIR-Licht den metabolischen Zustand des Gehirns vor einer Neurofeedback-Session verbessert, könnten Trainingsreize besser verarbeitet werden. Das ist eine plausible Hypothese, die klinisch untersucht wird — kein bewiesener Standardeffekt.
Für Therapeut:innen, die Neurofeedback mit PBM kombinieren möchten, bedeutet das konkret: Verständnis der zugrundeliegenden Photoneninteraktion mit Cytochrom-C-Oxidase, Kenntnis der relevanten Wellenlängenbereiche (typischerweise 810–850 nm), und ein realistisches Bild davon, was die Evidenz aktuell trägt — und was noch offen ist.
Warum das im Kontext kognitiven Alterns relevant ist
Mit zunehmendem Alter nimmt die mitochondriale Effizienz im neuronalen Gewebe ab. Das betrifft die Fähigkeit des Gehirns, auf Trainingsreize zu reagieren, und ist ein möglicher Faktor bei altersbedingten kognitiven Veränderungen. PBM ist in diesem Kontext kein Therapieansatz im medizinischen Sinne, sondern eine Methode zur Unterstützung der metabolischen Ausgangslage — mit dem Ziel, die Bedingungen für Training zu verbessern.
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